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Wurde ein Mann in Bayreuth jahrzehntelang eingesperrt?

Bayreuth – Ein Mann, der möglicherweise seit Jahrzehnten in seinem Elternhaus im Landkreis eingesperrt war, ist – wie erst jetzt bekannt wurde – am 21. September von der Polizei befreit worden. Der 43-Jährige sei verwarlost, aber nicht unterernährt gewesen, teilte die Polizei mit. Gegen die Eltern wurden inzwischen Ermittlungen wegen Körperverletzung durch Unterlassung und Freiheitsberaubung eingeleitet. Der Mann sein inzwischen in eine Krankenhaus gebracht worden. Allerdings ist die Polizei zurückhaltend, ob es sich tatsächlich um eine “Befreiung” gehandelt habe, denn möglicherweise habe er die Isolation selbst gewollt. Bekannt ist, dass er als Kind die Grundschule und wohl einige Zeit danach auch eine Gesamtschule noch besucht habe. Die Behörden gehen aber davon aus, dass der Mann 20 bis 30 Jahre von der Außenwelt isoliert gewesen sei. Mit etwa 13 Jahren wurde von Amts wegen festgestellt, dass der Junge nicht schulfähig sei. Was dann folgte, muss nun mühsam rekonstruiert werden.

Gegenüber dem “Nordbayerischen Kurier” hat sich die Mutter (76) inzwischen gemeldet und wies zurück, dass sie ihren Sohn all die Jahre eingesperrt habe. “Der hat doch die die Schnauze voll vom Leben” gehabt, sagte sie der Zeitung. Und weiter: “Wenn ich ihnen erzähle, was wir mitgemacht haben, glauben Sie es doch nicht. Ich wollte ihn immer nur beschützen.” Den Polizeieinsatz bezeichnete sie nicht als Befreiung, sondern als “Überfall”.

Über den Hinweisgeber wurde noch wenig bekannt, nur dass es ein Mann ist, der aus beruflichen Gründen in jüngster Zeit häufiger in dem Ort sei. Von anderen Anwohnern erfuhr er die Geschichte des 43-Jährigen, die offenbar am Dort durchaus bekannt war, ohne das irgendjemand die Behörden informiert hatte. Den “Fall Kampusch” im Hinterkopf, ging er schließlich zur Polizei.

Bildquellen

  • Polizei bei einem Einsatz in der Innenstadt von Kln: fotolia

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