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Wölfe im Allgäu: Landwirte erwarten von der Politik schnelle Reaktion

von MARTIN D. WIND

Der Wolf ist da! Im Allgäu hat er fünf Kälber auf den Weiden gerissen und ausgeweidet. So bestätigen es zumindest die Ergebnisse einiger Untersuchungen des Landesamtes für Umwelt (LfU), die am Donnerstag der Presse vorgelegt wurden. Das LfU hat in Speichelproben sicher Wolfs-DNA, also Erbgut des großen Fleischfressers, isoliert.

Die Anwesenheit des Raubtieres bewegt die Menschen der Region. Und der Wolf ruft zum Teil völlig gegensätzlichen Reaktionen hervor. LfU-Präsident Claus Kumutat kündigte daher an, umgehend einen „runden Tisch“ zu besetzen: „Dabei werden wir klären, wie wir die Landwirte in der Region schnell unterstützen können.“ So sind immerhin die Sorgen und Nöte der Bauern zumindest formal berücksichtigt. Dringender Handlungsbedarf besteht, denn schon weiß Bauernverbandspräsident Alfred Enderle, dass einer Tötung des Tieres jetzt nichts mehr im Wege stünde. Hier muss schnell reagiert werden, um überschießende Reaktionen zu verhindern.

Zum Augenmaß im Umgang mit dem Beutegreifer gehört auch, dass verklärende und verharmlosende Rhetorik vermieden werden sollte. Der Wolf ist ein Raubtier, das alles erlegt und frisst, was ihm nicht zu gefährlich erscheint: Das beginnt harmlos mit Mäusen, Hasen, geht weiter über Rehe, Hirsche, Schafe, bis hin zu wehrhaften Rindern, oder – da wo vorhanden – zu Elchen, und Wisenten. Kai Frobel vom Bund Naturschutz positioniert sich besonnen und erklärt: „Wir haben kein Problem damit, wenn einzelne Tiere getötet werden – wenn sie viele Weidetiere gerissen haben und wenn es vorher Präventionsmaßnahmen gab.“ Wie diese künftig aussehen sollen und wer die hohen Kosten für solche aufwendigen Schutzmaßnahmen übernimmt, muss nun schnell von der Politik geklärt und von den Behörden unbürokratisch umgesetzt werden.

Umweltminister Marcel Huber scheint die Dringlichkeit des Anliegens erkannt zu haben. Nach Ankündigung des oberallgäuer Landrates Anton Klotz will Huber im Laufe der kommenden Woche einen „Management-Plan große Beutegreifer“ dem Kabinett vorlegen und beschließen lassen. Denn der Wolf ist nicht so ungefährlich für den Menschen, wie hier in Deutschland im ersten Überschwang der Begeisterung über die Neueinwanderer behauptet wurde. Erst jüngst gab es seriöse Berichte zu Wolfsangriffen auf Kinder in Polen. Das zeigt, wie wichtig es ist, dem intelligenten Jäger zu zeigen, dass es für ihn gefährlich wird, wenn er sich dem Menschen nähert.

Bildquellen

  • Wolf: pixabay

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