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Prügelangriffe und Raubüberfälle: Polizei fasst 12 Täter in Würzburg – alle sitzen in U-Haft

WÜRZBURG – Es waren anstrengende Wochen für die Polizeibeamten der Ermittlungskommission, die jetzt 70 Fälle von Raub- und Gewaltdelikten in der Würzburger Innenstadt aufklären konnten.

Bereits am 14. Januar 2019 berichteten das Polizeipräsidium Unterfranken und die Staatsanwaltschaft Würzburg über vier afghanische Tatverdächtige, die wiederholt aus einer etwa 15-köpfigen Gruppe heraus Personen auf aggressive Weise angegriffen haben sollen. Bei den Geschädigten handelte es sich sowohl um Landsleute, aber auch um Außenstehende. Im Zuge der umfangreichen Ermittlungen hatte sich noch ein fünfter, in Syrien geborener Zuwanderer als Tatverdächtiger herauskristallisiert. Gegen alle fünf Beschuldigten wurden Untersuchungshaftbefehle erwirkt. Darüber hinaus ergaben sich erste Erkenntnisse über eine weitere dreiköpfige Tätergruppierung mit deutscher, deutsch-italienischer und deutsch-amerikanischer Staatsangehörigkeit.
Im weiteren Verkauf der Arbeit der Spezialistengruppe führten die Ermittlungen zur Feststellung einer dritten, achtköpfigen Tätergruppierung, die sich aus Zuwanderern mit unterschiedlichen Staatsangehörigkeiten zusammensetzt.

Nach aktuellem Stand werden insgesamt rund 70 Straftaten, die teils bis Anfang 2018 zurückliegen und dem Fallkomplex rückwirkend zugeordnet werden konnten, untersucht. Es handelt sich in der Mehrzahl um Raub- und Körperverletzungsdelikte, die sich im Bereich des Hauptbahnhofes und des dortigen Ringparks, in der Kaiserstraße, in der Juliuspromenade, sowie am Kranenkai und auch im Bereich des Mains am Alten Hafen ereignet haben.

Den Ermittlungen zufolge hatten sich die Gruppen junger Zuwandererr und deutscher Staatsangehöriger im Alter von 14 bis 23 Jahren teilweise gegenseitig angegangen. In mehreren Fällen war es auch zu Übergriffen auf unbeteiligte Passanten gekommen. Nach Erkenntnissen der Ermittlungskommission haben die Tatverdächtigen zur Nachtzeit die Geschädigten zunächst angesprochen und Bargeld oder Zigaretten von ihnen verlangt. Im weiteren Verlauf hatten sie mit Gewalt gedroht oder ihre Opfer auch tätlich angegriffen. So sollen diese beispielsweise gegen den Kopf getreten oder ins Gesicht bzw. gegen den Kopf geschlagen worden sein. In einem Fall soll auch ein Messer zum Einsatz gekommen sein. Teils sollen die Tatverdächtigen von den oftmals auch alkoholisierten Opfern Gegenstände geraubt haben. In manchen Tatnächten kam es auch zu mehreren überfallartigen Angriffen. Unter den aufgeklärten Fällen befindet sich auch ein Raubdelikt, bei dem eine Touristin im Bereich des „Alten Kranen“ von zunächst unbekannten Männern tätlich angegriffen und geschlagen worden war. Die Täter waren mit der Handtasche der Frau geflüchtet. Sie und auch ihr Ehemann hatten Verletzungen davongetragen und mussten in einem Krankenhaus behandelt werden. Am 26. Januar 2019 hatte das Polizeipräsidium Unterfranken bereits über diesen Fall berichtet.

Ungeachtet der zwölf bereits erwirkten Haftbefehle dauern die Ermittlungen der Kripo Würzburg in enger Abstimmung mit der Staatsanwaltschaft Würzburg weiterhin an.

Bildquellen

  • Hauptbahnhof_Würzburg: bayern.jetzt

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