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OEZ-Attentat 2016: Der Täter war “rechts motiviert”

MÜNCHEN – Bayerns Innenminister Joachim Herrmann (CSU, Foto) hat dem Bayerischen Landtag einen detaillierten Abschlussbericht über die Motive und Hintergründe des ‘OEZ-Attentats’ vom 22. Juli 2016 in München zugeleitet. Grundlage waren die umfangreichen Ermittlungen und Bewertungen des Bayerischen Landeskriminalamts (LKA), die kürzlich abgeschlossen wurden. “Das LKA hat die schreckliche Tat nunmehr als ‘Politisch Motivierte Gewaltkriminalität rechts’ eingestuft, nachdem es alle Umstände, die zu diesem furchtbaren Amoklauf geführt haben, umfassend und eingehend geprüft hat”, sagte der Minister.

Beim Täter, dessen iranische Eltern Flüchtlinge waren, spielten laut Herrmann persönliche Mobbing-Erlebnisse durch Mitschüler mit deutscher, deutsch-türkischer, polnischer, serbischer und bosnisch-herzegowinischer Nationalität in der Schule ebenso eine gewichtige Rolle wie massive persönliche Störungen und schwere soziale Defizite. Daraus wiederum entwickelte sich ein Hass gegen Türken sowie eine gewisse Identifikation mit rechtsmotivierten Attentätern wie Breivik. “Insoweit kann man diese Tat nicht so eindeutig zuordnen”, folgerte Herrmann. “Einerseits hatte der Täter zunehmend rassistisches Gedankengut verinnerlicht und bewegte sich in einschlägigen Chat-Gruppen, wie auch die aufwändigen Auswertungen verschiedener Online-Plattformen zeigen. Anderseits weisen schon Diagnosen aus frühester Kindheit beim Täter auf autistische Züge und psychopathologische Auffälligkeiten hin. Der aus negativen persönlichen Erfahrungen entwickelte Rassismus mischte sich bei dem exzessiven Ego-Shooter-Spieler auch mit der Faszination von Amoktaten wie in Winnenden oder Erfurt, die auch auf seinen Online-Spiele-Plattformen verherrlicht wurden und die Täter als Opfer der Gesellschaft darstellten.”

Bildquellen

  • Joachim_Herrmann_CSU_3: bayern.jetzt

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