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Kurz vor Spielschluss reingegrätscht: Bouffier-Attacke gegen die CSU

von KLAUS KELLE

MÜNCHEN – Wer solche Freunde hat, braucht keine Feinde mehr. Unmittelbar vor der für die CSU so schweren Landtagswahl in Bayern hat sich Hessens Ministerpräsident Volker Bouffier (CDU) öffentlich zu Wort gemeldet, um die bayerische Schwesterpartei massiv anzugreifen. Kaum vorstellbar, dass so eine Attacke ohne Absprache mit dem Konrad-Adenauer-Haus in Berlin erfolgte. Die CSU habe die Union bei den Wählern insgesamt viel Vertrauen gekostet. Ohne ihn namentlich zu nennen, nannte Bouffier den CSU-Vorsitztenden und Bundesinnenminister Horst Seehofer “unglaubwürdig”. Der hessische CDU-Politiker weiter: „Wer die Backen aufbläst und den Leuten erzählt, jetzt alles zu lösen, und am Ende gelingt die Zurückweisung von nur einer Handvoll Migranten im Monat, der macht sich unglaubwürdig.“

9,5 Millionen Wähler in Bayern sind heute aufgerufen, einen neuen Landtag und damit eine neue Regierung für die nächsten Jahre zu wählen. Die aktuellen Umfragen prognostizieren der CSU deutliche Verluste. Die AfD wird danach sicher auch im Freistaat in den Landtag einziehen, ebenso wie die Freien Wähler. Die Grünen dürfen mit einem Rekordergebnis rechnen, die FDP wackelt noch an der Fünf-Prozent-Hürde. Die SPD? Es gilt bei den meisten Beobachtern als sicher, dass sie wieder ins Parlament einziehen werden.

Am Rande der Frankfurter Buchmesse traf ich übrigens am Freitag einen hessischen CDU-Politiker beim Bier an einer Theke. Er sagte: “Wenn die Bayern unter 40 Prozent rutschen, dann werden wir in zwei Wochen in Hessen unter 30 Prozent abschneiden.” Der Mann hat recht…

Bildquellen

  • Grätsche: pixabay

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