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Infektions-Tsunami Oktoberfest: Eigentlich kann die Wies’n-Sause 2020 nicht stattfinden

von KLAUS KELLE

MÜNCHEN – Im Grunde wissen es alle: Markus Söder und seine Landesregierung, die Mitglieder des bayerischen Landtags, Münchens Oberbürgermeister Dieter Reiter (SPD) und sein Stadtrat, die Blasmusiker, die Wies’n-Wirte….alle wissen, dass das Oktoberfest 2020 (19. September bis 4. Oktober) nicht stattfinden kann und darf. Zumindest nicht, wenn nicht alle Maßnahmen zum Schutz der Bevölkerung vor einer Corona-Infektion ad absurdum geführt werden sollen. Gerade der Freistaat hat sich in den vergangenen Wochen unter seinem eloquenten Ministerpräsidenten Markus Söder (CSU) erneut als Musterknabe erwiesen. Schnell und entscheidungsstark, ganz anders als Amtskollegen wie Armin Laschet in NRW, der zunächst durch Zaudern auffiel und erst spät in die Spur kam.

Infektionsketten unterbrechen, das ist nur möglich, wenn wir engen Kontakt zu anderen Menschen vermeiden. Bisher scheint das in Deutschland recht gut zu funktionieren. Aber dann ein Oktoberfest? Nochmal zur Erinnerung: Etwa sieben Millionen Menschen kommen alljährlich zur Wies’n, 2,6 Millionen davon reisen aus aller Welt an. Sie sitzen, stehen und schunkeln in überfüllten Bierzelten, sie lassen sich volllaufen und grölen “Oiner geht noch, oiner geht noch nei” und sie schauen auf die Dekolletes der meistens attraktiven Kellnerinnen. Das Oktoberfest in München ist das größte Volksfest der Welt und gleichzeitig ein globales Multikulti-Erlebnis, es ist für die Wirte und Marktbetreiber aber auch für die Metropole München ein gigantisches Geschäft. Und es wäre ein Infektions-Tsunami für Covid-19.

MP Söder und OB Reiter wollen in den nächsten Tagen entscheiden, ob das Oktoberfest 2020 stattfinden wird oder nicht. Ich kann es mir nicht vorstellen. Aber ich weiß auch, welche gigantischen Schäden eine Absage nach sich ziehen würden.

Bildquellen

  • München_Oktoberfest: pixabay

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