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“Grandioses Spiel”: Bruno Ganz mit dem Ehrenpreis des Bayerischen Filmpreises ausgezeichnet

München – Der Ehrenpreis des Ministerpräsidenten beim Bayerischen Filmpreis 2016 geht an den Film- und Theaterschauspieler Bruno Ganz. Ministerpräsident Horst Seehofer (CSU) betonte: „Ausdrucksstark, wandlungsfähig, manchmal streitbar, immer ein schauspielerisches Glanzlicht – Bruno Ganz ist einer der Größten seines Fachs. Gleich ob auf der Bühne oder auf der Leinwand – Bruno Ganz erweckt mit seinem grandiosen Spiel die unterschiedlichsten Charaktere zum Leben und eröffnet uns Zuschauern so den Blick in eine andere Welt.” Die Ehrung übernahn in Vertretung Staatsministerin Ilse Aigner (CSU).

Die Begründung der Jury lautet wie folgt:

„Bruno Ganz ist ein Menschendarsteller, auch wenn er ein Engel ist, wie in ‚Der Himmel über Berlin‘. Er spricht mit seinem Publikum, auch wenn er nicht viel sagt. Bruno Ganz, Träger des Iffland-Ringes, ehemals Präsident der Deutschen Filmakademie, ein Theaterstar, ist einer der Großen des internationalen Kinos. Aber das steht zurück, wenn er spielt. Deshalb haben sie alle mit dem stillen Schweizer Schauspieler gearbeitet, große Meister wie: Éric Rohmer, Wolfgang Petersen, Werner Herzog, Volker Schlöndorff, Alexander Kluge, Reinhard Hauff, Ridley Scott, Francis Ford Coppola, Atom Egoyan. Das deutschsprachige Regie-Theater der 60er und 70er hat ihn groß gemacht, geprägt. Populär wurde er im Kino mit ‚Der amerikanische Freund‘ von Wim Wenders und wurde so das Gesicht des Neuen Deutschen Films. Ein poetisches Meisterwerk, in dem Bruno Ganz an der Seite der Kinoikonen Dennis Hopper, Sam Fuller und Nicholas Ray auch international auf sich aufmerksam machte. Unzählige weitere Erfolge wie ‚Brot und Tulpen‘, ‚Der Baader Meinhof Komplex‘ oder zuletzt ‚Heidi‘ und ‚Remember‘ sind nur einige der vielen Kinomomente seiner Karriere. Eine Rolle hat ihm besondere Kraft abverlangt und er hat es sich mit seiner Entscheidung nicht leicht gemacht: Über seine Darstellung des Adolf Hitler in ‚Der Untergang‘ sagte Bruno Ganz: ‚Hitler zu spielen hat mich irgendwie moralisch befleckt‘. Und doch hat er uns mit dem Wahn, der Hybris, der Abartigkeit, der Boshaftigkeit dieser historischen Figur konfrontiert bis an die Schmerzgrenze. So eine Rolle vergisst man nicht. Bruno Ganz macht weiter mit seiner Suche nach dem Kern, er macht es sich zur Aufgabe, das Menschliche freizulegen. Sei es als Engel, Kellner, Kunstmaler oder Schreckensfigur. ‚Voilà un homme‘ hat Napoleon bei der Begegnung mit Goethe gesagt. ‚Siehe da, ein Mensch‘, das muss man auch über Bruno Ganz sagen, wenn er uns so unvergleichlich von der Leinwand herab anschaut und wir uns vielleicht selbst sehen.“

Der Ehrenpreis des Bayerischen Ministerpräsidenten wurde in den vergangenen Jahren unter anderem an Hannelore Elsner, Wim Wenders, Armin Mueller-Stahl, Margarethe von Trotta, Gernot Roll und Molly von Fürstenberg verliehen. Der Bayerische Filmpreis wurde 1979 zum ersten Mal vergeben. Er zählt zu den renommiertesten und bestdotierten Auszeichnungen in der deutschen Filmbranche.

Mitglieder der Jury 2016 waren Daniel Curio (Vorsitz), Dagmar Biller, Susanne Hermanski, Elisabeth Kuonen-Reich, Caroline Link, Maggie Peren, Gernot Roll, Bettina Reitz, Bettina Ricklefs, Jule Ronstedt und Klaus Schaefer.

Bildquellen

  • Bayrischer_Filmpreis_AH_298004-422×280: land bayern

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