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Gräber nach Mekka ausgerichtet: Bayern lässt sarglose Bestattungen zu

MÜNCHEN – Ab heute ist in Bayern die Sargpflicht aufgehoben. Das teilte Gesundheitsminister Klaus Holetschek (CSU) im Landtag mit. Dabei gehe es im Wesentlichen darum, Muslime nach ihrer Tradition und Religion beerdigen zu können, bestätigte Arif Tasdelen, integrationspolitischer Sprecher der SPD-Fraktion.

Wie der Bayerische Rundfunk berichtet, hätten sich schon zuvor in Bayern Friedhofsverwaltungen offen gegenüber sarglosen Bestattungen gezeigt, etwa die Stadt München, die das seit 15 Jahren so handhabt.

“Jeder Mensch hat das Recht auf eine letzte Ruhe in Würde und soll selbst entscheiden können, wie er beerdigt werden möchte”, sagt Tasdelen gegenüber dem BR. Die Lockerung der Sargpflicht sei ein wichtiges Zeichen der Wertschätzung von Menschen mit Migrationshintergrund, die seit vielen Generationen in Bayern leben.

Die SPD-Fraktion hatte das Thema 2009 erstmals in den Landtag gebracht, doch die Staatsregierung hatte eine Reform des Bestattungsrechts im Freistaat lange verweigert. Im November 2019 wurden dann erste Lockerungen der zuvor strengen Regeln zugelassen.

Das Bestattungsrecht in Deutschland ist grundsätzlich Ländersache, aber auch die einzelnen Kommunen müssen letztlich für sich entscheiden und entsprechende Regelungen in ihren örtlichen Friedhofssatzungen festschreiben. In 13 Bundesländern ist inzwischen erlaubt, sarglos zu bestatten. Nun auch in Bayern, während Sachsen und Sachsen-Anhalt das immer noch nicht erlauben.

Im Islam ist es üblich, Verstorbene in weißen Tüchern zu bestatten- ohne Sarg. In Bayern gibt es muslimische Grabfelder in Ottobrunn, Penzberg und München. Auf dem Münchner Waldfriedhof sind die Gräber dort Richtung Mekka ausgerichtet.

Bildquellen

  • Islamisches_Grab: imago stock

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