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“Generation Corona”: Haben Kinder in diesen Zeiten keine Lobby? Doch, in Ostbayern schon!

OBERVIECHTACH – Was macht die lange Zeit ohne Schule und Kindergärtenmit unseren Jüngsten? Das ist eine Frage, die sich nicht nur viele Eltern, sondern besonders auch Fachärzte stellen, die in diesen Monaten eine deutliche Zunahme psychischer Probleme bei Kindern feststellen. Zwei dieser Ärzte tun jetzt was: Dr. Regina Schwindler und Dr. Alexander Ried. Angeregt durch einen Zeitungsartikel zum Thema Anfang März veranstalteten sie ein ZOOM-Videogespräch mit Elternbeiratsvorsitzenden von Schulen und Kindergärten im ostbayerischen Wald von Schirmitz bis Passau und gründeten eine Initiative, der sich inzwischen über 200 angeschlossen haben.

Kinder haben keine Lobby, und Bildung ist nicht systemrelevant. Wenn man die Corona-Politik des vergangenen Jahres betrachtet,könnte man den Eindruck gewinnen. Während Eltern Tag für Tag ihrer Arbeit nachgehen, Baumärkte und Frisöre wieder öffnen dürfen, müssen die Kinder weiterhin zu Hause bleiben. Seit Mitte Dezember sind (nicht nur) die Jüngsten ihrer sozialen Kontakte beraubt und bekommen keine adäquate Bildung. Viele Eltern sind überfordert, ja, verzweifelt. Und wegen der anhaltend hohen Inzidenzwerte im ostbayerischen Raum, fehlt ihnen eine Perspektive. Unf auch hier wachsen Psychologen und Psychotherapeuten, Logopäden und Ergotherapeuten nicht auf Bäumen. Die Schäden an der „Generation Corona“ überwiegen den Nutzen.

Die beiden Ärzte und ihre Initiative haben klare Forderungen an die Politik. Und das heißt vor allem: Dauerhaften, inzidenzunabhängigen Präsenzunterrricht und Kindergartenbesuch!

Dr. Regina Schwindler ist gegen Corona geimpft und führt in ihrer Praxis PCR-Tests durch. Dr. Alexander Ried hat eine sogenannte Corona-Schwerpunkt-Praxis und macht Corona-Reihentestungen für das Gesundheitsamt in Schwandorf. Beide sind nichts weniger als Verschwörungstheoretiker und haben einen sehr guten Überblick über die Sitaution an den Schulen. Und bisher zeigte sich klar: Schule ist kein Spreadingevent. Punkt!

Konkret fordert die Initiative von der Politik, schnell innovative Strategien zur Öffnung von Schulen und Kindergärten unter Wahrung der Gesundheit umzusetzen. Corona wird in den nächsten Jahren ein ständiger Begleiter bleiben, denn eine Pandemie dauert in der Regel mindestens drei Jahre. Aufgrund von Mutation des Virus ist sogar wahrscheinlicher, dass es fünf bis zehn Jahre sein werden. Ein Dauer-Lockdown sei den Kindern nicht zuzumuten.

Jetzt gerade verkündete Bayerns Kultusminister Prof. Dr. Piazolo eine heilbringende Frohbotschaft für die Kinder in den Hot-Spot-Regionen: Grundschüler aus Hot-Spot-Regionen sollen tageweise in die Schulen zurückkehren. Aber es soll kein regulärer Unterricht stattfinden! Es gehe vielmehr darum, das Lernen im Distanzunterricht zu reflektieren und pädagogisch zu begleiten. Doch dafür, resümieren Schwindler und Ried, brauchen die Kinder nicht in die Schulen kommen. Ein „Tag der offenen Schule“ ohne Unterricht sei sinnfrei. Ried: “Sollen Lockdown-geschädigte Kinder andere Lockdown-geschädigte Kinder therapieren?”

Allgemeine Information über die Initiative:

Dr. Regina Schwindler, geb. 1983 in Cham, 3 Kinder (6 Jahre, 3 Jahre, 10 Monate), Kinderärztin in Nabburg (Gemeinschaftspraxis Dr. Weickardt, Dr. Schwindler)

Dr. Alexander Ried, geb. 1982 in Weiden, 4 Kinder (9 Jahre, 7 Jahre, 5 Jahre, 3 Jahre), Allgemeinarzt in Oberviechtach, Notarzt, Palliativmediziner

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