Wirtschaft, Politik und Leben in Bayern

MENÜ
MENÜ

„Gähn“ statt „uaaah“ ist preisverdächtig

Schwarzenbach – Das Erika-Fuchs-Haus in Schwarzenbach an der Saale (Foto) ist für den Preis „Sprachwahrer des Jahres“ vorgeschlagen. Das Museum für Comic und Sprachkunst, das am 1. August 2015 neu eröffnet wurde, genüge modernsten museumspädagogischen Ansprüchen, heißt es in einer Mitteilung der Zeitschrift „Deutsche Sprachwelt“. Und weiter: „Die Besucher können in einzigartiger Weise mit Sprache spielen und experimentieren.“ Die Übersetzerin Erika Fuchs (1906 bis 2005) hat die Donald-Duck-Geschichten von Carl Barks ins Deutsche übertragen. Sie erkannte die Möglichkeiten sprachlicher Erziehung, die Comics bieten, und prägte dadurch die deutsche Sprache mit. Ihr zu Ehren wird zum Beispiel eine bestimmte grammatische Form, der Inflektiv, auch „Erikativ“ genannt: ein auf den Wortstamm verkürztes Verb. Während in herkömmlichen Bildergeschichten zum Beispiel ein Gähnlaut mit „uaaah“ versprachlicht worden war, wandte Erika Fuchs einen Inflektiv an, der erzählt, was geschieht: „gähn“.

Das neue Museum setzt ihrer Spracharbeit ein Denkmal. Die Gesamtkosten für den Bau liegen bei fünf Millionen Euro. 90 Prozent des Betrages stammen aus Förder-, Stiftungs- und Spendengeldern. Bis zum 31. Januar können die Leser der „Deutschen Sprachwelt“ noch für das Erika-Fuchs-Haus abstimmen. Weitere Kandidaten für den „Sprachwahrer des Jahres“ sind  der Berliner Journalist Gunnar Schupelius (ein Deutschverfechter), die Sängerin Sarah Connor (Album „Muttersprache“) und der Nigerianer Andrew Onuegbu, der in Kiel das Gasthaus „Zum Mohrenkopf“ betreibt. (pau)

Ähnliche Beiträge

Kommentare sind nicht möglich.